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1.1.3 Was ist das Glaubensbekenntnis der Juden?

Was ist das Glaubensbekenntnis der Juden?

Das klassische Zitat der Lehre über einen Gott ist in 5.Mose 6,4 zu finden: „Höre Israel der Herr unser Gott ist ein Herr.“ Diese Schriftstelle ist das bezeichnendste und wichtigste Glaubensbekenntnis der Juden. Nach dem ersten hebräischen Wort dieser Schriftstelle, nennen sie es Shema.

Dieser Vers wird aus dem Englischen oft folgendermaßen übersetzt: „Höre, O Israel, der Herr unser Gott, der Herr ist Einer.“ In der Elberfelder Bibel heißt es: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein.“ Der Tradition folgend, versucht ein streng gläubiger Jude, dieses Glaubensbekenntnis noch unmittelbar vor seinem Tode zu machen.

In 5.Mose 6,5 folgt Gott dem vorangegangenen Vers mit einem Gebot, das völligen Glauben an ihn und Liebe für ihn verlangt, weil er der eine und einzige Gott ist: „Und du sollst den Herrn deinen Gott liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von allem Vermögen.“ Man sollte die große Bedeutung, die Gott auf 5.Mose 6,4 legt, erkennen. Er befiehlt, diese Verse zu Herzen zu nehmen (Vers 6), den Kindern den ganzen Tag hindurch einzuschärfen (Vers 7), sie an die Handgelenke und Stirnen zu binden (Vers 8) und an die Pfosten und Tore des Hauses zu schreiben (Vers 9).

Jüdische Gebetsriemen

Streng gläubige Juden kommen diesem Gebot buchstäblich nach, indem sie die Tefillin (Phylakterion = jüdischer Gebetsriemen) an ihre linken Handgelenke und an ihre Stirnen binden wenn sie beten, und „Mezuzzah“ an ihren Türen und Toren befestigen (Tefillin sind kleine Schachteln, die durch Lederriemen an den Körper gebunden werden. Mezuzzah sind schriftrollenartige Behälter). In beiden Arten von Behältern befinden sich mit schwarzer Tinte handgeschriebene Schriftstellen, die von einem gerechten Mann, der bestimmte Reinigungsrituale hinter sich gebracht hat, niedergeschrieben wurde. Für gewöhnlich sind diese Schriftstellen:

5.Mose 6,4-9 und 11,18-21 (So fasset nun diese Worte zu Herzen und in eure Seele und bindet sie zum Zeichen auf eure Hand, daß sie ein Denkmal vor euren Augen seien. Und lehret sie eure Kinder, daß du davon redest, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an die Tore, daß du und deine Kinder lange leben in dem Lande, das der Herr deinen Vätern geschworen hat ihnen zu geben, solange die Tage vom Himmel auf Erden währen.),

2.Mose 13,8-10 (Ihr sollt euren Söhnen sagen an demselben Tage: Solches halten wir um deswillen, was uns der Herr getan hat, da wir aus Ägypten zogen. Darum soll dir’s sein ein Zeichen in deiner Hand und ein Denkmal vor deinen Augen, auf daß des Herrn Gesetz sei in deinem Munde; denn der Herr hat dich mit mächtiger Hand aus Ägypten geführt. Darum halte diese Weise zu seiner Zeit jährlich.)

und 13,14-16 (Und wenn dich heute oder morgen dein Kind wird fragen: Was ist das? sollst du ihm sagen: Der Herr hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten, von dem Diensthause, geführt. Denn da Pharao hart war, uns loszulassen, erschlug der Herr alle Erstgeburt in Ägyptenland, von der Menschen Erstgeburt an bis an die Erstgeburt des Viehs. Darum opfre ich dem Herrn alles, was die Mutter bricht, was ein Männlein ist, und die Erstgeburt meiner Söhne löse ich. Das soll dir ein Zeichen in deiner Hand sein und ein Denkmal vor deinen Augen; denn der Herr hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten geführt.).

Die oben erwähnten Informationen sammelte jemand, der versuchte während einer Reise nach Jerusalem diese Tefilin zu kaufen. Der streng gläubige jüdische Händler wollte ihm die Tefillin aber nicht verkaufen, weil er der Ansicht war, dass Christen nicht daran glauben und daher nicht die notwendige Ehrfurcht davor haben. Als derjenige 5.Mose 6,4 zitierte und seine vollkommene Loyalität dazu beteuerte, leuchteten seine Augen auf und er versprach ihm, die Tefillin unter der Bedingung zu verkaufen, dass er sie mit Sorgfalt und Respekt behandeln würde. Diese Besorgnis des Verkäufers ist ein Zeichen für die starke Verehrung und den tiefen Glauben, die die Juden für das Konzept eines Gottes haben. Es offenbart auch den Hauptgrund für ihre, durch die ganze Geschichte hindurchgehende, Ablehnung des Christen-tums, welches in ihren Augen die offenkundige Verdrehung der monotheistischen Botschaft ist.

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